Biobaumwolle – was zeichnet Biobaumwolle aus?

Kaum eine Textilfaser ist in der konventionellen Verarbeitung so schadstoffbelastet wie Baumwolle. Sie wird unter extremen Einsatz von Kunstdüngern und Pestiziden angebaut und mit viel Chemie weiter verarbeitet.

Das ist umso schlimmer, weil gerade Baumwollkleidung gerne direkt auf der Haut getragen wird und dabei die enthaltenen Giftstoffe an den Menschen abgibt. Dabei hat Baumwolle vom Grundsatz her sehr angenehme Trageeigenschaften. Die Fasern sind hautfreundlich und strapazierfähig. Die atmungsaktive Faser ist gut waschbar und daher vor allem für Sportbekleidung, Unterwäsche und Schlafbekleidung beliebt. Da aber bei der Veredelung und Ausrüstung der Stoffe sowohl Schwermetalle als auch Formaldehyde verwendet werden, werden die guten Eigenschaften wieder zunichte gemacht.

 

Alternative: Biobaumwolle

Zum Glück bietet Biobaumwolle eine Alternative. Für den kontrolliert biologischen Anbau gelten feste Standards. Der Anbau findet unter dem vollkommenen Verzicht auf Kunstdüngern und Pestiziden statt. Das soll nicht nur verhindern, dass die Baumwolle schadstoffbelastet wird, sondern auch die Umwelt schützen. Denn die verwendeten Chemikalien gehen direkt in Böden und Grundwasser. Daher kommen für den Anbau von Biobaumwolle nur Stoffe zum Einsatz, die auch abbaubar sind. Gentechnisch veränderte Produkte sind natürlich auch ausgeschlossen.

Das Wachstum der Pflanzen wird durch Mischkulturen und Düngung mit pflanzlichen und tierischen Düngern gefördert. Die Böden werden vor Auslaugung bewahrt, indem die Anbaufläche jedes Jahr gewechselt wird.

Durch diese schonende Anbaumethode bleibt die gesamte Umwelt inklusive der Pflanzen- und Tierwelt im Gleichgewicht. Der zertifizierte kontrolliert biologische Anbau erfordert, dass die Anbauflächen mindestens drei Jahre nach den entsprechenden Standards bewirtschaftet worden sind. So wird verhindert, dass Altrückstände im Boden vorhanden sind. Im Gegensatz zum konventionellen Anbau wird für die Ernte kein Entlaubungsmittel eingesetzt, so ist nur die Ernte von Hand und nicht mit Maschinen möglich.

Für Biobaumwolle ist nicht nur der Anbau sondern auch die Weiterverarbeitung eine wichtige Komponente. Bei der herkömmlichen Bekleidungsindustrie wird die Baumwolle unter Einsatz von Chemie geschmeidig, widerstandsfähiger und glatter gemacht. Chemische Insektizide sorgen dafür, dass bei Transport und Lagerung kein Schädlingsbefall auftritt. Häufig wird mit Farben gefärbt, die hochgiftig sind und gefährliche Schwermetalle enthalten. Davon abgesehen, dass die dabei entstehenden Abwässer die Umwelt schädigen und die Arbeiter den Giften ausgesetzt sind, lagern sich die gesundheitsschädlichen Stoffe auch im Produkt ab. Biobaumwolle wird daher nur mit ungiftigen Farben eingefärbt und auf den Einsatz von chemischen Stärkemitteln und Pestiziden wird auch bei der Verarbeitung verzichtet.

Da der Ausdruck „Bio“ leider kein geschützter Begriff ist, sollten nur Kleidungsstücke erworben werden, bei denen entsprechende Siegel den Nachweis für den kontrolliert zertifizierten Anbau garantieren. Denn nur Baumwolle bei der sowohl beim Anbau als auch bei der Verarbeitung die genannten Standards eingehalten werden, erfüllt die Bioqualität.

Video: Fairtrade Baumwolle

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